Müngersdorf (cd). Für den 19-jährigen Artur Bril fängt das Jahr vielversprechend an: In der neuen Halle 2 des S.C. Colonia 06 wurde der Schüler des Genoveva-Gymnasiums als Deutscher Amateurboxer des Jahres 2011 ausgezeichnet.
Die Leser des Fachmagazins "Boxsport" hatten ihn
ausgewählt, nachdem er im vergangenen Jahr nicht nur die
Goldmedaille im Federgewicht bei den Olympischen Jugend-Spielen in
Singapur geholt hatte, sondern auch zum wiederholten Mal deutscher
Meister in seiner Klasse geworden war.
Und Artur Bril kann auf eine ganze Reihe weiterer
beachtlicher Erfolge als Amateurboxer zurückblicken. Mit acht
Jahren begann er, beim S.C. Colonia 06 zu boxen. Seitdem
holte er neun deutsche Meistertitel in verschiedenen Klassen - von
den Kadetten bis hin zu den Junioren. Auch den Titel des
U21-Meisters konnte er bereits für sich verbuchen. Schon
2010 wurde er als Boxer des Jahres ausgezeichnet sowie als
erfolgreichster Athlet des Jahres und als Jugendweltmeister.
Darüber hinaus war er bei den olympischen Jugendspielen in
Singapur der einzige Sieger, der aus Köln stammte. Seine
Erfolge haben es Artur Bril auch ermöglicht, sich einen
großen Traum zu erfüllen: die Teilnahme an den
Olympischen Spielen 2012 in London.
Doch seine Teilnahme steht trotzdem noch nicht fest, denn
zeitgleich steht für ihn das Abitur an. "Eine
mögliche Lösung wäre, wenn er die
Abiturvorbereitungen bei seinen Trainern absolvieren
könnte", erklärte Franz Zimmermann, der Vorsitzende
des S.C. Colonia 06, "daran arbeiten wir gerade. Sollte
das aber nicht gehen, wird er auf Olympia verzichten und dem
Abitur den Vorzug geben. Denn die Schule geht vor."
Die intensive Betreuung von Artur Bril durch den Verein ist dabei
keine Sonderbehandlung, sondern beim S.C. Programm: "Wir
kümmern uns intensiv um unsere Athleten und
unterstützen sie auch in schulischen Belangen",
erläuterte Franz Zimmermann.
Der S.C. Colonia 06 kann als ältester Boxclub in Deutschland
auf eine stolze Tradition zurückblicken. Seit der
Gründung 1906 verbuchte der Verein insgesamt 64
Meistertitel und brachte vier Europameister hervor. Heute hat
der Verein rund 500 Mitglieder aus 15 verschiedenen Nationen:
"Wir sind schon ziemlich multikulti", so
Franz Zimmermann.


