Innenstadt (ha). In einer Nebenstraße am Rande des Stadtzentrums lebt er noch - der Sound einer scheinbar vergangenen Musikepoche. Wo im 21. Jahrhundert Bits & Bytes die CD als Datenträger schon verabschieden und die Musikindustrie vermehrt auf Internetdownloads setzt, hält Werner Meyer am Vinyl als Fundament des Schalls fest.
"Dieser Sound ist einmalig. Schallplatten sind, nicht nur
wegen ihrer eigenen Stimmung, sondern auch aufgrund der Haptik
kleine Kunstwerke", so der Gründer von "Meyer
Records".
Seit 2005 erfüllt sich der gelernte Grafiker und Fotograf mit
seinem Label einen gelebten Traum. Während eines Fotoshootings
für eine Produktion im Theater Der Keller kam es 2004 zur
Initialzündung: "Die Abschlussklasse der Theaterschule
spielte das Stück 'Frühlingserwachen', in dem
auch ein Song von Joni Mitchell interpretiert wurde. Es hat mich
umgehauen", erinnert sich Meyer. Geübt in der
Stimmenaufnahme für Theaterstücke, wagte Meyer den Sprung
ins Musicbusiness. "Finanziell überleben kann man mit
solch einem speziellen Unternehmen nicht. Es braucht viel
Enthusiasmus aller beteiligten Personen, um den Betrieb aufrecht zu
erhalten", zeigt sich Meyer zugleich realistisch und
idealistisch. Derzeit betreut der Labelinhaber 20 Bands und
Solokünstler, darunter Newcomer wie die Kölner
"Little Red Taxi Girl & The Never Going Homes", sowie
die Schauspielerin Ileana Florentina Tautu. Doch auch Künstler
mit Legendenstatus, beispielsweise Freddy Koella oder Eric
Andersen, die bereits mit Bob Dylan arbeiteten, gehören zur
Label-Familie. "Meine Liebe gehört dem Folk und dem
Blues", erklärt Meyer. Dass die meisten seiner
Veröffentlichungen bisher nicht über einen Geheimtipp
hinausgekommen sind, stört den Unternehmer nicht.
Weitere Informationen finden sie unter der Internetsite www.meyerrecords.com


