Untergang und Auferstehung

Theater am Sachsenring feiert 25-jähriges Bühnenjubiläum

Innenstadt-Süd (ha). Sein oder Nichtsein? ist für das Theater am Sachsenring anno 2012 keine Frage. Doch die Geschichte des Hauses kennt andere Antworten. Als im Dezember 2009 der letzte Vorhang fiel, war die Zukunft der Spielstätte ungewiss. 

Ohne Förderungsgelder ließ sich der Betrieb nicht mehr aufrechterhalten. Im März 2011 die Wiederauferstehung. Nicht aus Ruinen, sondern aus einem aufgezwungenen Exil, dessen Verweildauer zur Konsolidierung genutzt wurde. Mit eigenen Mitteln und privaten Sponsoren gelang der Neubeginn.
Seit 25 Jahren steht das Traditionshaus unter der Leitung von Mitbegründer Joe Knipp. "Aus der einstigen Tingel-Tangel-Bühne hat sich schnell ein ernstzunehmendes Theater entwickelt. Ich bin heute noch stolz darauf, mit einigen der besten Schauspieler zusammen gearbeitet zu haben", blickt Knipp auf ein Vierteljahrhundert im Zeichen der Kunst und Unterhaltung zurück. "Bei uns stand und steht immer die Schauspielerei, also der Mensch, im Vordergrund. Die ganzen technischen Spielereien sind nicht so wichtig. Sie würden nur von den Akteuren ablenken", unterstreicht der Intendant sein Credo.
Zur Historie des Hauses gehören auch die Ausrufezeichen, die in den Genres Literatur und Kabarett gesetzt wurden. Anfang der 90er Jahre erfolgte zudem die Gründung des englischsprachigen Theaters unter der Federführung von Tony Dunham. Der Erfolg dieser Kooperation hält bis in die Gegenwart an. Komödien wie "Phil Noire", "A Special Relationship" oder die Inszenierung "Traumfrau - verzweifelt gesucht" sorgten und sorgen für ausverkaufte Vorstellungen. Aktuell stellt Hamlet die Seinsfrage in einer viel gelobten Produktion am Sachsenring. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums feiert das Haus sich und seine Besucher am 21. Januar mit Ausschnitten aus der Hamlet-Inszenierung. Für das leibliche Wohl ist dabei gesorgt. Mit Ingmar Bergmanns "Szenen einer Ehe" soll im Mai die nächs­- te Premiere folgen.
"Man muss ein Näschen für die Stücke haben", sagt Knipp, betont dabei jedoch auch die Kompetenzen der Akteure: "Es ist ein großes Glück, dass wir über solch herausragend gute Schauspieler verfügen", bekräftigt der Hausherr, der dank des großen Spektrums neben den treuen Theaterfreunden regelmäßig neue Zuschauergruppen begrüßen kann. "Ob volles Haus oder nicht, das Schönste für mich ist, wenn das Publikum Emotionen zeigt. Dies zu erleben, ist das höchste der Gefühle."
Termine: 12., 13., 14., 19., 20. Januar 2012, 20 Uhr, Hamlet; 26., 27. Januar 2012, 20 Uhr, Phil Noir; 28. Januar 2012, 20 Uhr, A Special Relationship
Kontakt: Theater am Sachsenring, Sachsenring 3, 50677 Köln, Kartentelefon: 0221/2801, E-Mail: theater.am.sachsenring@t-online.de , Internet: www.theater-am-sachsenring.de

Letzte Änderung: Freitag, 13.01.2012 14:31 Uhr

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