Köln (ak). Der altehrwürdige Gürzenich mag schon einiges erlebt haben, aber eine derart triumphale Proklamation mit derart viel Gefühl und einem derart gelungenen Motto (Jedem Jeck sing Pappnas) dürfte auch für die "Gute Stube" neu gewesen sein.
Das Festkomitee Kölner Karneval von 1823 hat in der Vergangenheit immer wieder (mal gelungen, mal mißlungen) gezeigt, dass es durchaus möglich ist, den Karneval in die Moderne "zu retten" ohne dabei auf Traditionen zu verzichten aber mit der Option, Neues einzuflechten. Die Proklamation von Prinz Marcus II., Bauer Thorsten und Jungfrau Olivia bot nun die fast schon perfekte Symbiose von Tradition und Moderne. Da gab es gleich zum Anfang einen Imagefilm mit dem das Festkomitee gefühlsbetont für den Karneval aber letztlich auch für Köln wirbt. Es folgte eine Laser-Show umrahmt mit Trompetenklängen von Lutz Kniep und abgeschlossen mit der Domorgel. Unter der Choreografie von Cassia Kuckelkorn zeigten Tänzerinnen und Tänzer aus acht Kölner Tanzgruppen den Mottotanz. Gefühl pur auch bei "Flitsch, Flötsch und Schlauch" (Blom un Blömcher) mit ihre Lied "Knallrude Pappnas". Noch mehr Gefühl dann bei der Hommage an den verstorbenen Hans Knipp mit Lotti Krekel, Renate Fichs, King Size Dick und Marita Köllner sowie im Anschluss mit den Paveiern. Marc Metzger als Hoffnar nahm das Festkomitee, Roters, den Bundespräsidenten und die Jecken wortgewandt und ironisch auf die Schippe. Die Klüngelköpp sorgten für "die" Trommeleinlage und der "9er Tanz" der Tanzpaare der Kölner Traditionskorps (Chorografie Jens Hermes) für "die" Farbe. Das Hightlight-Gefühl, wieder mit "alt" und "neu", boten dann die Bläck Fööss. Am Ende hieß es einhellig: "Ne watt war dat schön".





