Droht jetzt doch bald der Abriss?

Die Stadt lehnte ein Kolumbarium für die Trauerhalle ab

Weiß (sb). Als die Gebäudewirtschaft im September 2010 mitteilte, dass die alte Trauerhalle auf dem Weißer Friedhof baufällig sei und abgerissen werden müsse, wollte die Dorfgemeinschaft dies nicht hinneh­men. 

Sie wollte 20.000 Euro zur Verfügung stellen, das ­Gebäude in Eigenregie sanieren und als Urnenhalle herrichten. Das Geld stammte aus zweckgebundenen Spenden, die für den Friedhof eingesetzt werden müssen. Bei der Realisierung ihres Ziels, die Halle aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts als Bau- und Kulturdenkmal zu erhalten, wurden die Bürger von den Bezirksvertretern aller Fraktionen unterstützt.
Jetzt entschieden der Ausschuss für Umwelt und Grün ­sowie der Stadtrat mit einer Mehrheit von SPD und Grünen, dass es kein Urnenhaus in Weiß geben wird. "Das ist schade", zeigte sich nicht nur Friedhelm Brodesser, Geschäftsführer der Dorfgemeinschaft, enttäuscht. "Verwundert bin ich aber nicht, denn die Verwaltung hat sich die ganze Zeit gegen diese Idee gesperrt", erklärte der Bestatter.
Die Verwaltung begründete die Ablehnung mit einer Überkapazität der Kölner Fried­höfe, die man reduzieren wolle: "Durch die Einrichtung eines Kolumbariums (...) entsteht de facto ein nicht gewünschter Zuwachs an Bestattungsfläche", begründet der Ausschuss ­seine Entscheidung. "Wir haben hier aber Menschen, die sich genau diese Grabart wünschen", hält Friedhelm Brodesser dagegen.
Andere Nutzungsmöglichkeiten, denen die Friedhofsverwal­tung zugestimmt hätte, haben sich derweil als nicht realisierbar erwie­sen: "Ein Künstler­ate­lier passt nicht richtig hierher, und für ein Café ist der ­Friedhof zu abgelegen", so Brodesser.
Reinhard Muck von der Friedhofsverwaltung sieht momentan keine realistische Nutzungsmöglichkeit für die Halle und damit schwarz für deren Zukunft. Engelbert Rummel, Leiter der Gebäudewirtschaft, erklärte zwar, noch sei ein Abriss nicht endgültig entschieden, da aber sein Amt der Halle schon letztes Jahr Baufälligkeit bescheinigt hatte und die Gebäudewirtschaft kein Geld in das Bauwerk ste­cken wird, scheint ein Abriss besiegelt. In diesem Fall könnte die Dorfgemeinschaft die für den Friedhof gespendeten Gelder zumindest umwidmen.
Aufgeben wollen die Weißer aber noch nicht: "Solange die Halle steht, werden wir uns weiter um ihren Erhalt bemühen", erklärte Brodesser.

Letzte Änderung: Donnerstag, 22.12.2011 15:22 Uhr

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