Dellbrück (sab). Eine Zeitreise durch Dellbrück bietet die Ausstellung des Dellbrücker Bürgervereins. Die 120 Exponate, die in der Kölner Bank (Dellbrücker Hauptstraße 135-137) ausgestellt sind, wurden über viele Jahre hinweg von Eva Cilly Mertel zusammengetragen.
"Das hier sollte mein letztes Werk werden", sagt sie
nach 26 Jahren Vorstandsarbeit für den Verein.
Dokumentiert wird vor allem durch Fotos der enorme Wandel in
über 100 Jahren vom bäuerlich geprägten
dörflichen Vorort Dellbrück zum städtischen Gebilde.
Viele der mittlerweile historischen Gebäude sind noch gut
wiederzuerkennen; so ist das jetzige Tierheim in der Iddelsfelder
Hardt bis 1958 als "Jagdhaus Waldkaffee" in Betrieb
gewesen und baulich renoviert aber erhalten geblieben. Anders
verlief es beim Restaurant Heide-Hof am Kalkweg. Hier erinnern nur
noch Fotos an den stattlichen Bau, der 1970 durch moderne
Wohnbebauung ersetzt wurde. Ein Schulzeugnis aus dem Jahre 1860 -
von Mertels Urgroßvater - zeigt, welche Werte damals noch
benotet wurden: Neben Religion war das auch Bibelgeschichte,
Schönschreiben, Betragen und Naturgeschichte. Eine Stammaktie
aus dem Jahre 1923 von "Fox Automobile" über 1.000
Mark Reichswährung weist auf gewerbliches Potenzial in
Dellbrück hin und wurde von Lothar Fricke, Vorstand des
Köln-Dellbrücker Bürgervereins kommentiert:
"Fox wäre damals beinahe VW geworden?". Alt und Neu
sind in der Ausstellung anschaulich nebeneinander präsentiert
und durch Bildunterschriften erklärt. Pfarrer Otmar Baumberger
ist begeistert: "Für die älteren Bürger oftmals
ein sicheres Wiedererkennen, für junge oder Zugezogene ein
Weg, ihr Veedel besser kennenzulernen. Schön, dass es diesen
Verein gibt!" Das Sammeln der alten Dokumente und Fotos, so
Eva Cilly Mertel, erforderte oft einiges an Überzeugungsarbeit
und Diplomatie, wenn man bei Behörden Hilfe suchte. Aber als
Dellbrücker Urgestein genoss sie bei einheimischen Famillien
großes Vertrauen und kam sehr weit - wie zu sehen ist.


